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Dies ist ein kurzer Follow-up Post zur und soll euch meinen Finalbeitrag zeigen. Viel Spaß!

Editorial: Bevor ihr auf das unten stehende Video klickt, muss ich zunächst noch einen Fehler korrigieren, der mir im Zuge der Aufzeichnung des Vorspanns unterlaufen ist: Der erste Gammablitz wurde im Jahre 1963 entdeckt (die entsprechende Publikation dann im Jahre 1967 veröffentlicht). Somit sind seit ihrer Entdeckung 48 Jahre vergangen (und nicht 40, wie von mir fälschlicherweise behauptet).

Here’s the english translation in case you’re not saddle-fast in german:

Each and everyone of you has experienced in your life an earthquake at least once. Besides the terrifying shaking of the Earth and the catastrophic consequences that such an earthquake can have it can be, scientifically speaking, quite interesting. Using the waves caused by the quake which penetrate the Earth we can understand how the Earth is built up inside: Core, Mantle, Crust. This is very similar how you can determine the difference between a clarinet and a contrabass according to their acoustic waves.
The science that makes use of these kind of waves is called seismology.

But seismology is not limited to the Earth. Because stars tremble as well. ‚How can we possibly know that‘, you might ask, ’nobody has ever been on the surface of a star‘. This is very true. But what astronomers do: we observe the light of a star over a long period of time: days, weeks, months and even years. And what we see in such a dataset is the cyclic and periodic change of the luminosity of a star. These changes in brightness are caused by the periodic expansion and contraction of the stellar surface [This is the time where I try to visualize the radial pulsation mode of the star]. Similarly to earthquakes, these stellar quakes can help us to determine the inner build-up and structure of a star. This kind of science is called astroseismology.

In my diploma thesis, I investigated the so called ’slowly pulsating B stars‘. These stars are very hot and massive stars, which are in the midst of their lives and pulsate very slowly, with about one to two cycles per day.

There is yet another way to understand and picture stellar quakes. Sound is nothing else than the overlap of many waves. One can shift the observed oscillations of a star by a few octaves to the range where they than can be heard by us humans. Here’s one star where this has been done. Ladies and gentleman, without further ado I give you one of the many musicians of the cosmic orchestra: [I hold up the roundish thing which hangs around my neck] the star DO Eridani.

[sound plays]

Thank you very much.

Dies ist ein CrossPost, den ich hier bei Astrodicticum Simplex schon veröffentlicht habe. Ich werde in Kürze meinen Finalbeitrag als Video hier online stellen, zusammen mit der englischen Übersetzung des Gesagten 🙂 Stay tuned.

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Florian hat mich gebeten einen kurzen Beitrag zu FameLab 2011 zu schreiben, weil ich am 12. April die einmalige Gelegenheit hatte bei der Vorausscheidung in Wien teilzunehmen.
Was ist aber FameLab eigentlich?

Einen Teilbereich seiner Arbeit auf den Punkt zu bringen und einem breiten Publikum verständlich zu machen, stellt gerade in der Wissenschaft eine besondere Herausforderung dar. Hier knüpft FameLab an: Unter dem Motto „Talking Science!“ sollen die KanditatInnen rhetorisch in der Lage sein, ihr Forschungsgebiet innerhalb weniger Minuten wissenschaftlich korrekt, leicht verständlich und mitreißend zu präsentieren. Als Hilfsmittel darf nur verwendet werden, was am Körper getragen werden kann.

Und genau das taten die 18 Kandidaten und Kandidatinnen, die sich am Dienstag Morgen an der TU Wien eingefunden haben. Quer durch das naturwissenschaftliche Gemüsebeet wurde dem interessierten Publikum spannende Forschungsergebnisse über Teilbereiche der molekularen Biologie, Zoologie, Raumplanung, Astrophysik, Biotechnologie, Biochemie und theoretische Physik geliefert. Die KandidatInnen hatten lediglich 3(!) Minuten Zeit, um ihren Forschungsbereich zu präsentieren und im wahrsten Sinne des Wortes auf den Punkt zu bringen. Anschließend wurden sie von einer 4-köpfigen Jury beurteilt, welche über Weiterkommen in die nächste Runde oder Ausscheiden des Teilnehmers bzw. Teilnehmerin entscheiden musste. Bewertet wurde dabei nach den Kriterien „Content, Clarity und Charisma“, sprich: ist das Präsentierte wissenschaftlich korrekt, war der Vortrag allgemein verständlich und gut strukturiert und war der Vortrag unterhaltsam? Die Jury konnte einem richtig Leid tun, denn bei all diesen hochkarätigen Teilnehmern ist es mit Sicherheit keine leichte Entscheidung gewesen, denn jede und jeder hätte sich ein Weiterkommen ins Finale durchaus verdient. Am frühen Nachmittag standen dann die Gewinner der Wiener Vorausscheidung fest, welche dann im großen Finale am 7. Mai auf die Sieger der Vorausscheidung in Graz und Innsbruck aufeinander treffen werden.
Zuschauer sind natürlich sehr herzlich willkommen und explizit erwünscht. Und ich kann garantieren, dass es sehr spannend, informativ, unterhaltsam und lehrreich werden wird. Einen Samstag Abend kann man gar nicht besser verbringen.

Die erste Präsentation handelte von der Entdeckung und den Eigenschaften von Gamma-Ray Bursts (Gammablitze), über welche Florian ja schon hier und hier berichtet hat. Dies ist auch gleichzeitig mein primäres Forschungsgebiet, denn ich bin Teil des Fermi/Gamma-Ray Burst Monitor (GBM) Teams (siehe z.B. hier) und in meiner Doktorarbeit untersuche ich u.a. die Eigenschaften von Gamma-Ray Bursts im so genannten „rest-frame“, also im Ruhesystem. Ich überprüfe sozusagen, wie sich die auf der Erde beobachteten Eigenschaften eines Gamma-Ray Bursts verändern, wenn man sie sich an Ort und Stelle, also am Entstehungsort des Gamma-Ray Bursts ansieht. Mein zweiter Vortrag war dann etwas philosophischer angehaucht. Ich habe nämlich über den kosmischen Materiekreislauf erzählt, und darüber, dass die Sterne die Fabriken des Universums sind, da sie ja die allermeisten Elemente, die wir kennen in ihrem Inneren (durch Kernfusion) oder in Form einer Supernova (durch Kernspaltung) erzeugen.

An alle meine Kollegen und Kolleginnen gerichtet: Ich kann nebst der passiven Teilnahme am Finale auch eine Aktive an FameLab 2012 nur empfehlen. Die Adrenalindosis und Endorphinausschüttung nach gehaltenem Vortrag allein wär die Teilnahme schon wert Aber es gibt noch weitaus mehr Gründe nebst Spaß und Spannung, die so eine Veranstaltung sehr verlockend machen. Da wären zum Einen die Vermittlung von Wissenschaft an diejenige Entität, die uns bezahlt: dem Steuerzahler. Denn jedem unserer Sparte muss klar sein: Je besser wir uns ins Rampenlicht rücken und je besser der Steuerzahler versteht was wir machen, umso größer ist unsere Bedeutung und Reichweite in der Gesellschaft. So ein Wettbewerb kann durchaus als Lobby-Arbeit verstanden werden. Für den eigenen Forschungszweig im Speziellen und die Naturwissenschaft und Grundlagenforschung im Allgemeinen. Wenn der/die WissenschaftlerIn es schafft, seine/ihre Begeisterung zu vermitteln und die beinhaltene Spannung des eigenen Forschungsgebiets rüberzubringen, dann ist das, meiner Meinung nach, durchaus vergleichbar mit einem Cliffhanger einer TV Serie: Man will wissen, wie es weitergeht, eben weil es gerade so spannend ist und man sprichwörtlich auf glühenden Kohlen sitzt.

Ich persönlich habe an FameLab 2011 teilgenommen, weil ich es als einen Weg sehe, um der Wissenschaftsfeindlichkeit und Wissenschaftsflucht in Esoterik und Parawissenschaften entgegenzuwirken. In meinen Augen übt die Esoterik deshalb so eine große Anziehungskraft aus, weil sie einfache (aber leider falsche) Antworten auf schwierige Fragen liefert. Die Wissenschaft ist in den Augen der Allgemeinheit „schwierig, komplex und unnahbar“. Aber genau so eine Plattform wie sie FameLab liefert, kann dabei helfen zu zeigen, dass Wissenschaft nicht zwangsläufig kompliziert ist und unterhaltsam und spannend sein kann.